Al Wathba Kamelrennbahn

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Haben Sie Lust auf ein wahrhaft spektakuläres Urlaubserlebnis? Die Kamelrennbahn Al Wathba befindet sich etwa 45 Kilometer östlich von Abu Dhabi und bietet Gelegenheit dazu, sich die traditionellste aller arabischen Sportarten live und in Farbe anzusehen - das Kamelrennen. Was auf den ersten Blick für westliche Gemüter schon fast absurd erscheint, gilt in den Vereinigten Arabischen Emirate als eine der beliebtesten Sportarten und ist durchaus mit den Pferde- und Windhundrennen des europäischen Kontinents zu vergleichen – inklusive hitziger Wetten, beeindruckender Preisgelder und der Präsenz der Reichen und Schönen des Landes.
Kamelrennen sind eine jahrhundertealte Tradition in den Vereinigten Emiraten und haben trotz der unvermeidlichen Modernisierungen der vergangenen Jahrzehnte bis heute viel von ihrem ursprünglichen Charme beibehalten. Goldener Wüstensand, edle Kamele und Besucherscharen in wallenden, weißen Gewändern – befindet man sich erst einmal auf der Kamelrennbahn, fühlt es sich beinahe so an, als wäre die Zeit stehengeblieben.
File 329Doch der Schein trügt: ganz so altmodisch, wie es klingt, geht es in Abu Dhabi längst nicht mehr zu. So sind die Jockeys der Kamele seit einigen Jahren keine Menschen mehr, sondern ferngesteuerte Roboter. Der Grund dafür ist simpel: ausgewachsene Männer sind zu schwer, um die Tiere in den hohen Geschwindigkeiten zu reiten, die sie erreichen, und der Praxis von Kinder-Jockeys wurde 2006 ein offizielles Ende gesetzt. Daher sind es nun also kleine, puppenartige Roboter, welche die scheinbar so ungelenken Tiere zu neuen Höchstgeschwindigkeiten anspornen und über die bis zu 10 Kilometer lange Strecke lenken. Dabei können die Kamele Geschwindigkeiten von bis zu 65 Stundenkilometern erreichen – Adrenalin beim Zuschauen ist also garantiert!
Die Wintermonate sind eine besonders aktive Saison für die Kamelrennen. Der Eintritt zu den Kamelrennen ist kostenlos, allerdings sollte man sich früh auf den Weg machen, um einen guten Platz zum Zuschauen zu ergattern: meist beginnt der Renntag schon im frühen Morgengrauen und dauert bis zum Nachmittag an. Entschädigt wird man für das frühe Aufstehen aber allemal – spätestens dann, wenn das eigens auserwählte Lieblingskamel als Erstes über die Ziellinie galoppiert.