Geschichte

 

 Jahr Ereignis
 ca. 4. Jt. v. Chr. Gründung erster nomadischer Siedlungen entlang der Küstengebiete des Persischen Golfes.
 ca. 3. Jh. v. Chr. Erste Siedlungen der einflussreichen Umm An Nar-Hochkultur unweit von Abu Dhabi.
 240 Wachsender Einfluss der iranischen Sassaniden-Dynastie auf die Region und Verdrängung des arabischen Heidentums durch Zoroastrismus und Nestorianismus, einer christlichen Religion.
 630 Ankunft des Propheten Mohammed und Beginn der Verbreitung des Islam in der Region.
 632-634 Tod des Propheten Mohammeds. Abkehr der einheimischen Beduinenstämme vom Islam und Ausbruch der Riddakriege, die im endgültigen Triumph des Islam auf der arabischen Halbinsel resultierten.
 10. Jh. Unterwerfung des heutigen Omans und der Regionen der heutigen Vereinigten Arabischen Emirate durch die Buyiden-Dynastie, einer der einflussreichsten Herrscherfamilien in der Geschichte des Iran.
 1498-1633 Niederlassung portugiesischer Siedler entlang der Golfküste und Okkupierung verschiedener strategischer Küstenstädte wie Julfar und Chaur Fakkan.
 17. Jh. Ankunft der Briten und Ausbau des britischen Hoheitsanspruchs auf dem Persischen Golf.
 17. - 19. Jh. Konflikte zwischen dem Beduinenvolk der Qawasim und den Briten auf dem Gebiet der heutigen Vereinigten Arabischen Emirate und im Persischen Golf. Zeitgleich der machtpolitische Aufstieg des Bani Yas Stammes, der sich von den Seekonflikten fernhielt und bis heute die Herrscherfamilie Abu Dhabis stellt.
 1793 Umsiedlung des Bani Yas Stammes von Liwa nach Abu Dhabi. Bau des Forts Qasr-al-Hosn.
 18. - 19. Jh. Der Perlenhandel entwickelt sich zum Hauptwirtschaftszweig der Region.
 1820, 1835 und 1853 Abfassung und Unterzeichnung dreier Verträge zum Seefrieden mit Großbritannien. Die Bezeichnung der neun arabischen Scheichtümer entlang des Persisches Golfes wandelt sich von „Piratenküste“ hin zu Trucial States bzw. „Waffenstillstandsküste“; Großbritannien erlangt mit dem Vertrag von 1953 offiziell die Oberhoheit über die betroffenen Gebiete.
 1830er Jahre Erste Konflikte zwischen Dubai und Abu Dhabi um Macht und Territorien in den Liwa Oasen.
 1855 - 1909 Scheich Zayed bin Khalifa wird Emir von Abu Dhabi und erster Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Er erweitert durch militärisches und strategisches Geschick das Staatsgebiet, gewinnt die Souveränität gegenüber Großbritannien zurück und entwickelt Abu Dhabi zum einflussreichsten Scheichtum am Persischen Golf.
 1892 Unterzeichnung eines Vertrages zwischen Großbritannien und den Scheichtümern der Trucial States, in dem die Emire Großbritannien als alleinige Schutzmacht anerkennen.
 1909 - 1928 Nach dem Tod Scheichs Zayed I. anhaltende Nachfolgekämpfe und häufige Machthaberwechsel in Abu Dhabi. Phase der politischen Instabilität.
 1929 - 1930 Die Weltwirtschaftskrise erreicht Abu Dhabi und der Perlenhandel verliert fast vollständig an Bedeutung. Abu Dhabi wird zum ärmsten Scheichtum der arabischen Emirate.
 1930er Jahre Erste Pläne und Konzessionen zur Suche und Förderung von Öl in den Trucial States entstehen.
 1936 Unterzeichnung eines Vertrages zur Suche nach Öl durch Scheich Schachbuth III. und die Petroleum Development (Trucial Coast) Ltd (PDTC).
 1958 - 1959 Entdeckung erster Ölvorkommen in Umm Shaif und Murbat.
 1960er Jahre Der amtierende Scheich, Schachbut III., verkennt die Bedeutung der Ölförderung für den Staat und die Bevölkerung und verfolgt die entsprechenden Projekte nur halbherzig - zum Missfallen der restlichen Herrscherfamilie.
 1962 Der erste Ölexport von Abu Dhabi findet statt.
 1966 Ein gewaltfreier Putsch erhebt Zayed II., den Enkelsohn Zayeds I., zum neuen Emir Abu Dhabis. Die Phase der gezielten Förderung der Ölvorkommen und strategischen Verwandlung dieser in nationalen Reichtum beginnt.
 1952 - 1974 Bewaffnete Konflikte um Ölvorkommen in der Oasenstadt Al Ain zwischen Abu Dhabi und dem Oman und Saudi Arabien.
 1971 Offizielles Ende der britischen Herrschaft und Wiedergewinnung der Unabhängigkeit durch die arabischen Staaten. Gründung der Vereinigten Arabischen Emirate auf Initiative Scheichs Zayed II. von Abu Dhabi und Scheichs Rashid von Dubai. Die Emirate Abu Dhabi, Dubai, Schardscha, Adschman, Umm al-Qaiwain und Fudschaira gründen unter der Führung Abu Dhabis die Vereinigten Arabischen Emirate.
Beitritt der Vereinigten Arabischen Emirate in die Arabische Liga.
Die VAE führen ihre eigene Währung, den Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate, ein.
 1972 Beitritt des Emirats Ra’s al-Chaima zu den Vereinigten Arabischen Emiraten.
 1970er Jahre Beginn des Ausbaus von Abu Dhabi von einer dorfähnlichen Kleinstadt zu einer der größten Städte am Persischen Golf unter Scheich Zayed II.
 1981 Bau des neuen internationalen Flughafens in Abu Dhabi.
 1980er Jahre Sprunghafter Bevölkerungsanstieg und Entwicklung Abu Dhabis zu einer der modernsten Metropolen der Welt.
 1999 Heirat des Kronprinzen von Dubai und der Tochter des Scheichs von Abu Dhabi markiert das vorläufige Ende der rivalisierenden Konflikte der beiden Emirate.
 2001 Nach den Anschlägen auf das World Trade Center und der Erkenntnis, dass Al Qaida die Vereinigten Arabischen Emirate als eines ihrer wichtigsten Finanzzentren nutzte, setzen verstärkt proaktive Maßnahmen gegen Geldwäscherei und eine intensive Kooperation zwischen den USA und den VAE ein.
 2003 Beginn der Gewinnung von Land entlang des Stadtteils Corniche, dem heutigen Stadtzentrum Abu Dhabis.
Gründung der Fluglinie Etihad, der offiziellen Fluggesellschaft des Emirats.
 2004 Tod Scheichs Zayed II. und Ernennung seines Sohnes Scheich Khalifa zum Emir Abu Dhabis und Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate.
 2006 Beginn der Konstruktion der Kulturinsel Saadiyat.
 2007 Fertigstellung der Scheich-Zayed-Moschee, der teuersten Moschee der Welt, in Gedenken an den verstorbenen Scheich Zayed II.
 2011 Der arabische Frühling findet, im Vergleich zu anderen arabischen Staaten, nur einen geringen Widerhall in den Vereinigten Arabischen Emiraten.